Wir wandern weiter – fast schon Handarbeit

Die hohe Schule lässt grüßen. Von fern. Sehr fern. Aber immerhin, die sogenannte Besitzerin macht Fortschritte bei der geführten Schrittarbeit. So nennt es Frau Reitlehrerin, um das Ganze für die Frau interessanter zu gestalten. Die meutert ja schnell, wenn sie eine Aktivität für uncool hält. Ach, was sage ich, ihr kennt sie ja. Wir haben mit dem korrekten Angehen und Anhalten angefangen – also sie, ich kann das ja schon – und gerade arbeiten wir uns durch die Hufschlagfiguren. Ganze Bahn ist natürlich am einfachsten, dann kommt lustigerweise die einfache Schlangenlinie (weil Frau Reitlehrerin da mal besonderen Wert drauf gelegt hat) und sogar die Zirkel werden vom Boden aus rund, wenn man beizeiten den nächsten Zirkelpunkt anpeilt. Frau Reitlehrerin ist sehr zufrieden und schlägt vor, jetzt doch zu anspruchsvolleren Aufgaben überzugehen.

„Piaffe?“, fragt die sogenannte Besitzerin und ihre Augen leuchten. „Wir wandern weiter – fast schon Handarbeit“ weiterlesen

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Immer dieses Rumlaufen – hört das denn nie auf?

„Nicht schon wieder“, stöhnt die Frau, meine sogenannte Besitzerin, als Frau Reitlehrerin mit ihrer zum Verrücktwerden guten Laune vorschlägt, das anfängliche Schrittreiten vor der Reitstunde durch Warmführen zu ersetzen. Und warum stöhnt sie so? Weil wir das schon mal hatten. Und warum möchte Frau Reitlehrerin das? Ich will es euch erklären. Sobald die sogenannte Besitzerin auf mir rumsitzt und am langen Zügel Schritt reitet, hat sie das Handy in der Hand und schreibt WhatsApps oder guckt Videos, wobei sie häufig kichert. Außer beim Ausreiten, da traut sie sich das nicht. Da hält sie sich an den Zügeln fest und guckt wild in der Gegend herum.

Also kein Fleischtransport mehr, sondern koordiniertes Führen. Ich bin gespannt. Ich meine, schließlich ist die sogenannte Besitzerin dabei 😀

Im Moment leistet Frau Reitlehrerin allerdings noch Überzeugungsarbeit, weil die Frau verstockt dreinblickt und sich weigert, zu kooperieren: „Schließlich heißt es REITstunde und nicht Führstunde!“ „Immer dieses Rumlaufen – hört das denn nie auf?“ weiterlesen

Für euch gelesen: Freiheitsdressur und Zirkuslektionen – eine Anleitung für Freizeitreiter

Uns ist in der letzten Zeit der Spaß und das OMMM abhandengekommen, weshalb die Frau, meine sogenannte Besitzerin, ein alternatives Bespaßungskonzept braucht. Nach langem Hin und Her (und viel gutem Zureden durch Frau Reitlehrerin) entschließt sie sich, an Kommunikation und Beziehungspflege zu arbeiten. Und am Spaß, weshalb meiner Meinung nach Leckerli unbedingt dazugehören sollten.

Das ist jedenfalls so die grobe Richtung, mit den langweiligen Details hat sie sich noch nicht beschäftigt 😛 Aber gedanklich geht es in Richtung Freiheitsdressur. Klar, weil das cool aussieht. Ist immer wichtig 😉 Und Zirkuslektionen sollen auch dabei sein. Wenn schon, denn schon. Und natürlich, ihr ahnt es, braucht man dafür ein neues Buch. Sicherheitshalber eines mit vielen Fotos. „Für euch gelesen: Freiheitsdressur und Zirkuslektionen – eine Anleitung für Freizeitreiter“ weiterlesen

Handpferdreiten ist doch wohl keine Kunst. Oder?

Ein schwarzes Pferd , das die Zunge herausstreckt

Die Frau, unsere sogenannte Besitzerin, hat wieder was gesehen, was ihr keine Ruhe lässt. Handpferdreiten! Das sieht cool aus, das sieht professionell aus, man spart Zeit und schindet Eindruck – kurz: das will sie auch können. Und das Allerbeste: Es scheint total einfach zu sein – einfach auf Pony Nummer Eins setzen, Pony Nummer Zwei am Strick und fertig. Und alle Spaziergänger werfen sich ehrfürchtig zu Boden und bewundern ihre Kunst.

Und weil großartiges Nachdenken oder gar Vorbereiten nicht zu ihren Kernkompetenzen zählt, sattelt sie frohgemut den Lutschi, was unser spanisches Mähnenwunder ist, zieht mich am Halfter aus der Box und steht jetzt erstmal mit zwei Pferden vor der Reithalle. Gottseidank erbarmt sich eine mitleidige Seele, öffnet ihr das Tor und hält mich fest, bis sich die sogenannte Besitzerin auf den Rücken vom Lutschi gehievt hat. Da sitzt sie jetzt rum und wartet darauf, dass ihr mein Führstrick angereicht wird. Sobald das Frauchen den Strick hat, drehe ich mich um und marschiere los. Schließlich bin ich hier die Führungspersönlichkeit und nicht das spanische Mähnenwunder. Der Lutschi kann mit so viel Input nix anfangen und bleibt stehen, während die Frau in Zeitlupe von ihm herabrutscht, meinen Strick fest im Griff. „Handpferdreiten ist doch wohl keine Kunst. Oder?“ weiterlesen